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„Los, steh auf du faules Stück!“ …jäh wurde sie aus ihren Träumen gerissen, es war wie immer derselbe Traum, sie stand einem hellen Lichtwesen gegenüber, und fühlte sich so geborgen, als gäbe es nichts Schlimmes mehr in ihrer kleinen Welt, und allen um sie herum ging es gut.

Träume halt…

Sie raffte sich auf, stolperte dabei halb über die aus schwerem Metall gegossenen Ketten, fing sich ab und ließ sogleich die schmutzige blutverschmierte Schulter desjenigen, der sie geweckt hatte wieder los.

Er grinste böse und erwiderte nur „Darauf komm ich später wieder zurück, wir hatten schon lange nicht mehr das Vergnügen. Aber erst musst du arbeiten. Unsere Verwundeten sind aus Tesso zurück, du musst ihre Wunden versorgen!“

Die junge Frau erhob sich langsam und ihre Augen begannen zu blitzen „Wage es noch einmal mich anzurühren, und ich schwöre, das ist das letzte, was du tust in deinem Leben.“

Sein Lächeln erstarrte und er blickte sich um, seine Augen wanderten zu einem kleinen Mädchen, das in der hintersten Ecke des Frauenzeltes kauerte. Er zuckte mit den Schultern und erwiderte „Wenn du meinst….dann hole ich mir die Kleine in mein Lager heut Nacht, du wirst es ihr sicher erklären können, warum sie und nicht du…..“ und er begann sie hinter sich an den Ketten her zu schleifen.

Sie verbrachte den ganzen Tag damit, Wunden zu versorgen, zu nähen, und Salben zu verteilen bei ihren verhassten Peinigern, die aus der Schlacht als Verlierer herausgezogen waren, und dementsprechend gelaunt waren….

Als es dämmerte hatte die zwar schmutzige, aber sonst hübsche Frau einige Prellungen und Blessuren mehr, ein Dank für ihre Heilkünste der Feinde gegenüber. Aber so ging das schon so lange sie denken konnte…so war auch sie einst zu diesem „Lebensort“ gekommen.

Als beim Essen eines Stück trockenem Fleisches einer ihrer Aufseher kam und die Kleine mitnehmen wollte, sprang sie auf und ließ sich an ihrer Stelle einsetzten, dem Kommandanten „zu Diensten“ zu sein….

Sie betrat sein Zelt und er war schwer angetrunken, alles setzte sie daran, ihn zu bewegen, mehr zu trinken, und sie schaffte es sogar, ihn davon zu überzeugen, ihre Fesseln zu entfernen…als es dunkel wurde.

Sie erwachte, es waren noch die Nachtgeräusche zu hören, neben ihr der Kommandant auf dem Fellbett… in einer Blutlache.

Sie sprang auf und fiel zugleich auf den harten Boden, sich vor Schmerzen krümmend, ihr Kleid war zerrissen und ihr Rücken schmerzte… doch sie musste aufstehen, sie musste weg von dort, das wusste sie. Spätestens wenn die anderen mitbekamen, was dem Kommandanten geschehen war, waren alle Gefangenen des Todes, dessen war sie sicher.

Aber was war denn geschehen? Sie erinnerte sich an rein gar nichts mehr.

Durch die Zeltwand schlich sie sich raus zu dem Frauenzelt, nachdem sie den Schlüssel für die Ketten aus seiner Tasche enteignet hatte.

Sie öffnete die Ketten und die 5 Frauen, die Kleine dabei, stahlen sich raus.

Als würde eine höhere Kraft sie beschützen, schafften sie es, an den Wachen vorbei und sie schafften die erfolgreiche Flucht nach Tesso.

Dort fanden sie Obdach in dem hiesigen Mitratempel. Ihre Wunden wurden versorgt und man kümmerte sich liebevoll um alles.

Für sie begann nun ein neues Leben, sie fand einen Sinn darin, dass sie alle Lebewesen und Pflanzen ehrte, plötzlich erfuhr sie, woher ihre Kräfte zu heilen kamen, und sie wurde stärker, in ihrem Glauben an Mitra und ihrer Persönlichkeit.

Der oberste Priester dort gab sich sehr viel Mühe, sie die Gesetzte Mitra`s zu lehren und ihr beizubringen, ihre Kräfte zu kontrollieren und zu perfektionieren…..und er gab ihr einen Namen…..Shalimar.

Shalimar verbrachte viele Jahre im Tempel und sie war sehr glücklich dort.

Ihre Mitgefangenen von damals hatten ebenfalls ein gutes Leben gefunden, die „Kleine“ war mittlerweile verheiratet und lebte zufrieden in dem Vorort mit ihrer Familie, bei denen Shalimar oft zu Gast war.

Doch bekam Shalimar immer öfter mit, was in der Welt außerhalb der geschützten Mauern von Tesso zu Gange war, und immer mehr trieb es sie, den Menschen, die selber nicht so stark waren, und sich selber nicht gut helfen konnten vor Ort helfen zu wollen, und eines Tages packte sie ihre wenigen Habseligkeiten und verabschiedete sich.

Es begann eine schwere Zeit, in der sie oft nicht wusste, wem sie trauen konnte, und wem nicht.

Sie lernte viele Menschen kennen, und bereiste viele Regionen, erfüllte Aufträge, Kräuter für Salben zu sammeln, die schwer zu bekommen waren und nahm auch an Schlachten teil, in denen sie ihre Heilkräfte im Namen Mitras unter beweis stellte.

So fand sie eines Tages den Weg zu Kerns Hoffnung, einer Händlergilde, die im Widerstandskampf gegen die Vanir und die Ymir dafür sorgten, dass die Truppen um Kern gut versorgt waren.

Dort lernte sie viele unterschiedliche Menschen kennen, die ihr sehr ans Herz gewachsen waren und auch noch sind.

Oft war sie in den Hauptstädten unterwegs, um ihre Freunde zu begleiten, und immer mehr wuchs in ihr der Wunsch dort, wo es brannte, zu helfen, und den Menschen Kraft zu geben. Sie war oft in Tarantia zugegen, wo sie im Tempel beten ging. Dort lernte sie auch einen Templermeister kennen, der mit seiner Gemeinschaft genau das verkörpert, was ihr wichtig war. Sie beteiligte sich an der Armenspeisung, die dort vom Orden gegeben wurde und es faszinierte sie, dort zu helfen und gebraucht zu werden, wo Hilfe wirklich Not tat.

Und fasste einen Entschluss….

Ein Bote erreicht den Anführer des Ordens, der gerade aus dem Tempel von seinem täglichen Gebet kommt.

Vollkommen aus der Puste fragt er höflich „Seid ihr der Anführer des Mitraordens?"

…wartet auf Zustimmung

„Dann habe ich hier ein Schreiben an euch und euren Orden.“

…und überreicht einen Brief.

So kam es dass Shalimar sich zur Priesterin ausbilden ließ, und sie empfand tiefe Zufriedenheit darin.

Eines Tages lernte sie dort den Templer Corvenius kennen und verliebte sich in ihn. Als es den Orden dann zerschlug, machten die beiden ihre eigene Gemeinde auf und suchten Leute, die sich Mitra ebenso verbunden fühlen.

Da betet sie nun, im Tempel Mitras, wartend auf neue Aufgaben, die sie künftig in seinem Namen zu erfüllen hat.

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