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Fiana

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Fiana2.jpg

Eines der wenigen Bildnisse von Fiana, angefertigt von einem Maler zu Tarantia

Der Regen prasselte auf das Dach der Kneipe in Conarch, und Fiana stand im Eingang des Wirtshauses. Wie sie dieses Wetter liebte! Sturm, Donnergrollen, das dumpfe Tippen der Tropfen auf ihrer Kapuze, sie fand Gefallen an solch Unwetter. Es hatte etwas mächtiges, unbeherrschbares an sich, dass mindestens Respekt, manchen gar Furcht einflößte.

Wie ein Unwetter zu sein, kam sie für sich zum Schluss, das würde ihr gefallen. Zu oft war sie wie ein herrenloses Boot im Wandel der Gezeiten herumgeirrt, stets von einem Unglück ins nächste gestoßen worden. Und stets alleine.

Unbehagliche Erinnerungen waren das, die ihren Weg in Fianas Kopf fanden. Einige Bilder aus ihrer Kindheit, darunter ihr Vater, den sie so hasste. Sie schüttelte den Kopf, um die Gedanken abzuschütteln. Dann war da noch die Zeit direkt nach ihrer Flucht von daheim.
Damals war sie frei gewesen, oder nicht? Und dennoch war es eine Zeit, die Fiana sich nicht zurückwünschte. Es war eine harte Zeit gewesen als unabhängige Diebin und Räuberin. Sie hatte gelegentlich in Kerkern gesessen und war nicht selten für ihre Überfälle mit qualvollen Strafen versehen worden.
Später hatte sie sich wechselnden Gruppen von Halunken angeschlossen. Stets Taugenichtse um sich, das erbärmliche Versteckspielen in Wald und Moor und in den Bergen, die Häscher verschiedener Clanführer oft im Nacken... nein das war nicht, was sie ein glückliches Dasein nannte.
Die Zeit bei den Haderlumpen war schon angenehmer gewesen. Sofort legte sich ein gewisse Zufriedenheit auf Fianas blasse Züge, ein Gefühl der Macht keimte in ihr auf. Sie liebte es Macht auf andere auszuüben, die Stärkere zu sein - und dazu hatte sie damals beim Räubertrupp mehr als einmal Gelegenheit gehabt. Zusammen hatten sie dem ein oder anderen fetten Händler eine anständige Beute abgerungen, und einiges an Angstgeschrei dazu...

Aber konnte das immer so weiter gehen, auf Kosten von Unschuldigen? Talorion, dieser sonderbare Kerl, zu dem der Zufall sie geführt hatte, hatte seltsame Gedanken in ihr geweckt - von Heimat, einer Gemeinschaft und Tugenden geschwafelt. Ähnliche Worte hatte Dacones, ruhe er in Frieden, ausgesprochen. Und irgendwie hatte es sich interessant angehört. So interessant, dass sie nun ein Soldatenleben führte und das Gesetz achtete, statt es zu brechen. Es schien ein Weg zu sein, ihre unbändige Wut in geordnete Bahnen zu lenken.
Für einen Augenblick fixierte Fiana gebannt einen Blitz am wolkenverhangenen Horizont, seufzte auf in ihrem inneren Widerstreit. Da war sie nun. War sie nun glücklicher?

Sie hatte nun eine feste Anstellung. Ordnung und Pflichten. Aber auch mehr Sicherheit. War dies was sie wollte? Gab es das für eine Kriegerin ihres Gemüts eigentlich? Oder waren es doch Narrenfreiheit und Blutdurst, welche ihr Herz doch so oft höher schlagen ließen? War es nicht nur eine Frage der Zeit, bis sie in alte Neigungen zurückfallen würde?
Fiana senkte ihr Haupt, der schwarze Haarschopf hing herunter, nass und an einigen Stellen verfilzt. Ach was sie diese Gedanken Leid war, kam ihr ja doch nie die Lösung in den Sinn.

Sie entschied sich, für heute die Gedanken im Regen zurückzulassen, und sich ein warmes Bett zu suchen... Und danach - warum auch immer - würde sie ausnahmsweise einmal ihre Rüstung reinigen, bevor sie zum Dienst schritt.

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